Prof. Dr. Mechthild Dreyer (Oktober 2012)

Prof. Dr. Mechthild Dreyer


Vita

1974 bis 1980
Studium der Katholischen Theologie, Philosophie und Pädagogik an der Universität Bonn
1976 bis 1980
Stipendiatin der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk (Grundförderung)
1980
Diplom im Fach Katholische Theologie an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn
1980 bis 1982
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Christliche Religionsphilosophie / Fundamentaltheologie der Universität Freiburg i. Br.
1982 bis 1984
Stipendiatin der Bischöflichen Studienförderung Cusanuswerk (Promotionsförderung)
1984
Promotion im Fach Philosophie an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn
1984 bis 1988
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Seminar für Katholische Theologie der Freien Universität Berlin
1988 bis 1994
Wissenschaftliche Assistentin (C 1) am Philosophischen Seminar B der Universität Bonn
1994 bis 1995
Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Philosophischen Seminar B der Universität Bonn im Rahmen des von der DFG-geförderten Projekts der Edition der Theoremata des Johannes Duns Scotus - Leitung der Editorengruppe
1995
Habilitation im Fach Philosophie an der Philosophischen Fakultät der Universität Bonn
1995 bis 1999
Stellvertretende Direktorin des Albertus-Magnus-Institutes, Bonn
1997
Preis der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften
1999
apl. Professorin für das Fach Philosophie an der Universität Bonn
1999
Kurzzeitdozentur am Department of Philosophy der Loyola Marymount University, Los Angeles, CA.
seit 1999
C 4-Professur für das Fach Philosophie, insbesondere Scholastische Philosophie im Fachbereich 05: Philosophie und Philologie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
seit 2010
Vizepräsidentin für Studium und Lehre der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Forschungsschwerpunkte

- Philosophiegeschichte

- Metaphysik

- Wissenschaftslehre (Antike, Mittelalter, Neuzeit)

- Edition handschriftlicher Texte der Philosophie des lateinischen Mittelalters


Veröffentlichungen

Universitätsbibliografie


Weiterführende Links auf den Seiten der JGU

Homepage auf den Seiten des Philosophischen Seminars

Homepage der Vizepräsidentin für Studium und Lehre


Fragebogen

Welche Bibliothek hat Sie bei Ihrer Arbeit in ganz besonderer Weise unterstützt oder Ihr Bild von Bibliotheken geprägt?

Ich habe nie so lange in einer Bibliothek gearbeitet, dass sie mir ein Bild von der Bibliothek als solcher einprägen konnte. Bibliotheken, in denen ich gearbeitet habe oder arbeite, bestimmen eher mein jeweiliges Lebensgefühl oder meine jeweilige Stimmung.

Welche Online-Angebote schätzen Sie in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit außerordentlich?

Eigentlich mag ich Online-Angebote nicht sehr, weil ich mich im Buch oder am Papier immer noch schneller und präziser orientieren kann. Dankbar bin ich aber dafür, dass es die Patrologia Graeca et Latina online gibt, weil die Buchausgabe zum einen sehr unhandlich und zum anderen eher selten schnell verfügbar ist.

Welche Bücher haben Sie und Ihr Forschungsinteresse nachhaltig beeinflusst oder Ihnen neue Perspektiven für Ihre Arbeit eröffnet?

Die Summa theologiae des Thomas von Aquin hat meine Entscheidung für die Philosophie des lateinischen Mittelalδers als Lehr- und Forschungsgebiet entscheidend beeinflusst. Kants Kritik der reinen Vernunft, Cassirers Essay on Man und seine Philosophie der symbolischen Formen bestimmen die Art und Weise meines theoretischen Fragens und auch meinen Zugang zur Welt. Allerdings hat mir Ferdinand Ebners Das Wort und die geistigen Realitäten dazu aktuell einige FragezeiΣhen beschert.

Welche Arbeiten Ihrer Studierenden haben Sie besonders neugierig gemacht?

Da ich Arbeiten so betreue, dass ich während ihres Entstehungsprozesses immer jeweils gerade fertige Stücke lesen möchte, macht mich alles neugierig, von dem ich erfahre, dass ich es demnächst zu lesen erhalte.

Welche wissenschaftlichen Studien müssten Ihrer Meinung nach dringend noch geschrieben werden?

Angesichts dessen, was tagtäglich weltweit an wissenschaftlicher Literatur entsteht, vermute ich, dass das, was ich mir wünschen würde, wahrscheinlich schon irgendwo und von irgendwem geschrieben worden ist, ich es aber noch nicht gefunden habe.

Welche wissenschaftliche Arbeit hat Sie zuletzt nicht schlafen lassen?

Immer die, an der ich gerade arbeite, weil mich die Suche nach präzisen Formulierungen bis zum Einschlafen und manchmal bis in den Traum hinein verfolgt.

Wie würde ein Roman heißen, den Sie gerne schreiben würden?

Ich würde überhaupt keinen Roman gern schreiben, weil ich das Schreiben zu lange als Galeerenarbeit empfunden habe.

Hören Sie Musik bei Ihrer wissenschaftlichen Arbeit, wenn ja, welche?

Nein, nie.

Welcher Film hat am ehesten einen Bezug zu Ihrer wissenschaftlichen Arbeit?

Unter inhaltlichem Gesichtspunkt: Der Name der Rose. Sowohl das dort behandelte Thema der Aristoteles-Rezeption in der Philosophie und Theologie des lateinischen Mittelalters als auch eines der Leitthemen des Films, die Frage danach, welche Möglichkeiten und Grenzen die mittelalterlichen Denker der menschlichen Rationalität aufzeigen, haben mich in meinen wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigt. Unter dem Gesichtspunkt des Habitus wissenschaftlichen Arbeitens: Die große Stille.

Wie sieht die Bibliothek Ihrer Träume aus?

Sie steht in einem englischen Landschaftsgarten, hat große Fenster, ist auch im Sommer angenehm kühl, verfügt über bequeme, fensternahe Lesesessel, hat alle wichtigen Romane der Weltliteratur, und vor allem: jedes Buch ist mit der Hand bequem aus dem Stand zu erreichen.