Prof. Dr. Norbert W. Paul (Mai 2013)

Prof. Dr. Norbert W. Paul
Vita

1964 geboren in Solingen
1985 bis 1993 Studium der Neueren und Neuesten Geschichte, Philosophie, der deutschen Philologie / Germanistik und Medizin; Westfälische Wilhelms-Universität Münster
1991 Magister Artium in Neuerer und Neuester Geschichte, Philosophie und Philologie; Westfälische Wilhelms-Universität Münster
1995 Promotion zum Dr. rer. med.; Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Ergänzende Studien in Bioethik und Philosophie u.a. an der Georgetown University, Washington DC und an der Katholischen Universität Nijmwegen
1993 bis 2000 Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Geschichte der Medizin, Heinrich Heine-Universität, Düsseldorf
1999 bis 2000 Feodor Lynen-Forschungsstipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung und Gastdozentur am Center for Biomedical Ethics, Stanford University, CA
2001 bis 2003 Wissenschaftlicher Referent des Vorstands des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin, Berlin-Buch und Dozent für Bioethik und Wissenschaftskommunikation an der Charité, Berlin
2003 Habilitation im Fach "€žGeschichte, Theorie und Ethik der Medizin"€œ; Heinrich Heine-Universität Düsseldorf
seit 2004 Professur und Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universitätsmedizin Mainz
seit 2008 Leiter des nationalen weiterbildenden Masterstudiengangs Medizinethik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
seit 2008 Editor in Chief der Zeitschrift „Medicine Studies: International Journal for the History, Philosophy and Ethics of Medicine“
seit 2010 Korr. Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Literatur zu Mainz
seit 2011 Stellv. Prodekan für Studium und Lehre der Universitätsmedizin Mainz

Veröffentlichungen

Forschungsdatenbank

Welche Bibliothek hat Sie bei Ihrer Arbeit in ganz besonderer Weise unterstützt oder Ihr Bild von Bibliotheken geprägt?

Die Bibliothek, die Spezialsammlungen und der unglaubliche Service der Stanford Library, die ich mehr als 2 Jahre nutzen konnte.

Welche Online-Angebote schätzen Sie in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit außerordentlich?

E-Journals und online verfügbare Archivalien

Welche Bücher haben Sie und Ihr Forschungsinteresse nachhaltig beeinflusst oder Ihnen neue Perspektiven für Ihre Arbeit eröffnet?

"Eine Theorie der Gerechtigkeit" von John Rawls zusammen genossen mit "Gerechtigkeit oder das gute Leben" von Martha Nussbaum als grundlegender Anlass, über Ethik nachzudenken. "Who wrote the book of life" von Lilly Kay zusammen mit "Designs for life" von Soraya de Chadarevian als Inspiration für eine moderne Wissenschaftsgeschichte. "Der Faden ist gerissen" von Gilles Deleuze und Michel Foucault zusammen mit "Die Ordnung der Dinge" von Michel Foucault als Einstieg in meine heutige philosophische Heimat. Sehr prägend schließlich "Hoffnung statt Erkenntnis. Eine Einführung in die pragmatische Philosophie" und "Philosophy as social hope", beide von Richard Rorty, als steter Quell selbstkritischer Kontextualisierung der eigenen Arbeit.

Welche Arbeiten Ihrer Studierenden haben Sie besonders neugierig gemacht?

Die sehr kreativen Präsentationen unserer Medizinstudenten im Rahmen unserer interaktiven Hauptvorlesung und einige der Masterarbeiten im Masterstudiengang Medizinethik, besonders eine über die Deaktivierung implantierter Defibrillatoren auf Wunsch des durch das Implantat am Leben gehaltenen Menschen

Welche wissenschaftlichen Studien müssten Ihrer Meinung nach dringend noch geschrieben werden?

"Über Bedeutung und Kraft der kritischen Vernunft in Wissenschaft und Gesellschaft"

Welche wissenschaftliche Arbeit hat Sie zuletzt nicht schlafen lassen?

Eine eigene, noch nicht druckfertige Arbeit

Wie würde ein Roman heißen, den Sie gerne schreiben würden?

"Abhängig", ein Buch, in dem es um die Bedrohung von Privatspäre, Freiheit und Demokratie durch Mechanismen der weitestgehenden Ökonomisierung und Kommerzialisierung aller Lebensbereiche, auch in Wissenschaft und Medizin, geht

Hören Sie Musik bei Ihrer wissenschaftlichen Arbeit, wenn ja, welche?

Nein, alles zu seiner Zeit und gelegentlich in einer der Wissenschaft abträglichen Lautstärke.

Welcher Film hat am ehesten einen Bezug zu Ihrer wissenschaftlichen Arbeit?

Es gibt eine ganze Reihe von tollen Filmen mit Bezug zu meiner Arbeit. Fast so gut wie die Romanvorlage "Alles, was wir geben mussten (Never let me go)", als deutschsprachige Filme "Vincent will Meer" und "Halt auf halber Strecke".

Wie sieht die Bibliothek Ihrer Träume aus?

Hell, offen, energetisch autark, bestens ausgestattet mit Büchern, Zeitschriften und elektronischen Medien, mit Rückzugsräumen zum Denken und Diskutieren, mit einem guten Bistro, das wirklich hervorragenden Kaffee hat und rund um die Uhr geöffnet.