Prof. Dr. Thomas Metzinger (März 2014)

Prof. Dr. Thomas Metzinger
Vita

1958 geboren in Frankfurt/Main
1978 bis 1982Studium der Philosophie, Religionswissenschaften und Ethnologie an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main
1985Dissertation in an der Goethe-Universität in Frankfurt/Main
1985 bis 1992Lehraufträge in Gießen, Frankfurt und Oldenburg
1992 Habilitation am Zentrum für Philosophie und Grundlagen der Wissenschaft an der Universität Gießen
1993 bis 1998 Lehraufträge in Giessen, Osnabrück, Saarbrücken und Bremen
1998 University of California in San Diego
1999Professur für Philosophie der Kognition (C3) an der Universität Osnabrück
2000Professur für Theoretische Philosophie mit Schwerpunkten im 19. und/oder 20. Jahrhundert (C4) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2005 bis 2007Präsident der Gesellschaft für Kognitionswissenschaft
2008 bis 2009Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin
2009 bis 2011 Präsident der Association for the Scientific Study of Consciousness
ab April 2014Fellow am Gutenberg Research College

Forschungsschwerpunkte

- Analytische Philosophie des Geistes
- Philosophie der Kognitionswissenschaft
- Philosophische Probleme der Neurowissenschaften
- Angewandte Ethik (mit besonderem Interesse an den Bereichen Neurotechnologie und virtual reality,
sowie begrifflichen Verbindungen zwischen angewandter Ethik, Anthropologie und Philosophie des Geistes)


Veröffentlichungen

Universitätsbibliografie


Fragebogen

Welche Bibliothek hat Sie bei Ihrer Arbeit in ganz besonderer Weise unterstützt oder Ihr Bild von Bibliotheken geprägt?

Die Geisel-Library an der University of California in San Diego. Ich habe in meinem Leben an acht deutschen Universitäten gelehrt, aber nirgendwo war deutschsprachige Philosophie so hervorragend verfügbar wie dort. Auch das elektronische Angebot war an der UCSD schon vor 15 Jahren einfach atemberaubend - und ich habe gemerkt welchen ganz direkten Einfluss das auf meine Forschungstätigkeit hat.

Welche Online-Angebote schätzen Sie in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit außerordentlich?

Google Scholar, die Stanford Encyclopedia of Philosophy, Frontiers und Trends in Cognitive Sciences

Welche Bücher haben Sie und Ihr Forschungsinteresse nachhaltig beeinflusst oder Ihnen neue Perspektiven für Ihre Arbeit eröffnet?

Das sind sehr, sehr viele… Eine Auswahl:
Bieri, P. (1981). Analytische Philosophie des Geistes. Königstein: Hain.
Churchland, P. M. (1989). A Neurocomputational Perspective: The Nature of Mind and the Structure of Science. Cambridge, MA: MIT Press.
Clark, A. (1993). Microcognition: Philosophy, Cognitive Science, and Parallel Distributed Processing (4th ed.). A Bradford book: Vol. 6. Cambridge, Mass: MIT Press.
Dennett, D. C. (1993). Consciousness Explained: Penguin UK.
Hohwy, J. (2013). The Predictive Mind. Oxford: Oxford University Press.
Krishnamurti, J. (Ed.). (1991). The Collected Works of J. Krishnamurti: Krishnamurti Foundation of America.

Welche Arbeiten Ihrer Studierenden haben Sie besonders neugierig gemacht?

Windt, J. M. (2010). The immersive spatiotemporal hallucination model of dreaming. Phenomenology and the Cognitive Sciences 9, 295–316 (2).
Windt, J. M. (2015). Dreaming: A Conceptual Framework for Philosophy of Mind and Empirical Research. Cambridge: MIT Press.

Welche wissenschaftlichen Studien müssten Ihrer Meinung nach dringend noch geschrieben werden?

Death Denial, Delusion and Self-Deception in Academic Life
Verfassungswidrige Konkordatslehrstühle in Rheinland-Pfalz seit 1946 und die Rolle der Mainzer Philosophen während des Dritten Reichs.

Welche wissenschaftliche Arbeit hat Sie zuletzt nicht schlafen lassen?

Ich schlafe gut.

Wie würde ein Roman heißen, den Sie gerne schreiben würden?

Sternenmädchens drittes Erwachen

Hören Sie Musik bei Ihrer wissenschaftlichen Arbeit; wenn ja, welche?

Nein, nie.

Welcher Film hat am ehesten einen Bezug zu Ihrer wissenschaftlichen Arbeit?

Niemand sein: Das Selbst als Muster und Mythos. Philosophie des Geistes 2.
45-minütiger Film für die WDR-Sendereihe PHILOSOPHIE HEUTE (Redaktion Ulrich Boehm). Erstausstrahlung 15. Dezember 1996. Wiederholungen: 28.7./31.7./3.8. 1998 auf PHOENIX. 29.11. 1998 auf BR-alpha

Wie sieht die Bibliothek Ihrer Träume aus?

Sie müsste fernab von hier liegen, in einem großen und unberührten Naturschutzgebiet. Ich stelle mir ein säkulares Wissenschaftskloster vor, das in einen Bereich absoluter Stille und in einen Bereich der Forschung aufgeteilt ist. Im Bereich der Forschung gibt es Seminarräume, Hörsäle und attraktive Videokonferenzbereiche auf dem höchsten Stand der Technik - aber auch eine Mensa, Sport- und Wellnessbereiche. Im Bereich der Stille gäbe es verschiedene Räume für formale Meditationspraxis, in denen sich aktive Wissenschaftler und Philosophen mehrfach täglich, aber ungezwungen zu angeleiteten Gruppen- oder auch zu Einzelmeditationen zurückziehen. Die Bibliothek wäre selbst noch ein Ort der Stille, würde aber als Brücke zwischen beiden Bereichen funktionieren.