Prof. Dr. Wolfgang Zwickel (Juni 2014)

Prof. Dr. Wolfgang Zwickel
Vita

1957geboren in München
1977 bis 1983 Studium der Evangelischen Theologie, Ägyptologie, Altorientalistik und Vor- und Frühgeschichte in München und Tübingen
1983 Fakultätsexamen in Evangelischer Theologie in Tübingen
1983 bis 1984 Mitarbeiter am SFB 19 "Tübinger Atlas des Vorderen Orients", Mitarbeit an den Karten zur Eisenzeit in Palästina
1984 bis 1986 Wissenschaftlicher Angestellter am Biblisch-Archäologischen Institut in Tübingen (Leitung Prof. Dr. S. Mittmann); während der Tübinger Zeit Mitarbeit an den Grabungen in Bad Wimpfen (Baden-Württemberg) und Hirbet ez-Zeraqon (Nordjordanien)
1986 bis 1989 Wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Altes Testament und Biblische Archäologie Kiel (Leitung Prof. Dr. M. Metzger)
1989 bis 1995Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Altes Testament und Biblische Archäologie Kiel (Leitung Prof. Dr. M. Metzger)
1988Promotion, Thema: Räucherkult und Räuchergeräte. Exegetische und archäologische Studien zum Räucheropfer im Alten Testament
1992Habilitation, Thema: Der Tempelkult in Kanaan und Israel. Studien zur Kultgeschichte von der Mittelbronzezeit bis zum Untergang Judas
1996Umhabilitation nach Bochum
1996 bis 1997Vikariat in der Evangelischen Kirche von Westfalen
SS 1998Lehrstuhlvertretung Mainz
01.10.1998Berufung zum Prof. für Altes Testament und Biblische Archäologie in Mainz
o Seitdem Grabungs- und Publikationstätigkeiten des Instituts für die Grabungen in Bir Zeit, Kinneret/Tell Oreme, Akko, Yavne, Jaffa

Forschungsschwerpunkte

- Geschichte Israels

- Religionsgeschichte

- Biblische Archäologie

- Biblische Welt

- Vermittlung historischer und theologischer Erkenntnisse in Schule und Gemeinde


Veröffentlichungen

Universitätsbibliografie


Fragebogen

Welche Bibliothek hat Sie bei Ihrer Arbeit in ganz besonderer Weise unterstützt oder Ihr Bild von Bibliotheken geprägt?

Die Bibliotheken des Biblisch-Archäologischen Instituts in Tübingen und die archäologische Bibliothek in Oxford, weil dort dank intensiver Bibliothekspflege und großzügiger finanzieller Ausstattung ein enorm effektives Arbeiten möglich ist, wie es für Geisteswissenschaften dringend notwendig ist.

Welche Bücher haben Sie und Ihr Forschungsinteresse nachhaltig beeinflusst oder Ihnen neue Perspektiven für Ihre Arbeit eröffnet?

Für die Theologie: J. Moltmann: Kirche in der Kraft des Geistes. München, 1975 (weil sich mir hier besonders gezeigt hat, welche Möglichkeiten eine inspirierte Kirche haben könnte)
Für das Alte Testament: H.W. Wolff: Micha. Neukirchen-Vluyn, 1982 (weil ich hier den Entstehungsprozess und das ständige Neuüberdenken von Thesen mitbekommen habe)
Für die Archäologie und Lebenswelt der Antike: O. Keel: Die Welt der altorientalischen Bildsymbolik und das Alte Testament. Am Bespiel der Psalmen. Neukirchen/Zürich, 1972 = Göttingen 51996 (weil ich hier vielleicht am stärksten gelernt habe, wie vielfältig die altorientalische Lebenswelt ist und wie wichtig es ist, die reale Lebenswelt zu erfassen, um Texte überhaupt verstehen zu können)

Welche Arbeiten Ihrer Studierenden haben Sie besonders neugierig gemacht?

Alle Arbeiten, in denen sich Studierende intensiv mit Texten oder Funden auseinandersetzen und damit mir eine neue Welt öffnen, weil ich plötzlich ein altbekanntes Thema von einem völlig neuen Blickwinkel dargeboten bekomme.

Welche wissenschaftlichen Studien müssten Ihrer Meinung nach dringend noch geschrieben werden?

Zu allen Themen, die ich bisher nur ansatzweise verstehe, und das sind mehr, als ich in meinem Leben überhaupt noch lesen kann.

Wie würde ein Roman heißen, den Sie gerne schreiben würden?

David (mit unterschiedlichen Kapiteln, in denen jeweils romanhaft mit jeweils unterschiedlichen Zeitpersonen das Davidverständnis in der Wirkungsgeschichte in unterschiedlichen Epochen dargestellt wird: nachexilische Zeit, Zeit Jesu, Alte Kirche, Mittelalter, Barock).

Hören Sie Musik bei Ihrer wissenschaftlichen Arbeit; wenn ja, welche?

SWR 1

Welcher Film hat am ehesten einen Bezug zu Ihrer wissenschaftlichen Arbeit?


Das Leben des Brian (ein genial recherchierter Film über die Lebenswelt zur Zeit Jesu, und das auch noch bestens und amüsant verpackt)

Wie sieht die Bibliothek Ihrer Träume aus?

Eine Bibliothek, in der ich alle Bücher finde, die ich brauche und nicht wochenlang auf ein Buch per Fernleihe warten muss, wobei sich die ursprüngliche Fragestellung dann oft schon wieder verändert hat, also wie in Tübingen (früher, leider heute nicht mehr so gepflegt) und Oxford (immer noch top!)