Abstract

Daniel Tschirren (ZHB Luzern)

Die Kooperative Speicherbibliothek Schweiz und ihre Rolle in der Kooperativen Printarchivierung

Seit 2009 arbeiten Vertreter von Kantons- und Hochschulbibliotheken aus Basel, Luzern, Solothurn und Zürich an einem gemeinsamen Projekt mit dem Ziel, ein automatisiertes Hochregallager zur Archivierung von Printmedien aus ihren Beständen zu erstellen. Diese Speicherbibliothek hat Anfang Januar 2016 ihren Betrieb aufgenommen und bereits über eine Million Exemplare eingelagert. Sie wird binnen eineinhalb Jahren rund 2,5 Millionen Monographien und Zeitschriftenbände beherbergen. Zeitschriftenbestände werden dedoubliert und gehen in den kollektiven Bestand im Besitz des Betriebsvereins über. Das Gebäude ist modular bis zu einer Kapazität von 14 Millionen Bänden erweiterbar, der Beitritt weiterer Partner ist erwünscht. So hat die Bibliothek der Universität St.Gallen konkretes Interesse angemeldet und wird voraussichtlich 2018 mit der Ersteinlagerung von ca. 300.000 Bänden beginnen.
Das bauliche Konzept weist folgende bahnbrechenden Charakteristika auf: die Atmosphäre im Magazinbereich ist zwecks Brandschutz inertisiert, die Raumtemperatur wird hauptsächlich durch die massive Betonbauweise innerhalb einer gewissen Bandbreite reguliert. Die Magazinbewirtschaftung erfolgt durch eine automatisierte Förderanlage.
Das Dienstleistungsportfolio der Speicherbibliothek umfasst folgende Positionen: Ersteinlagerung, Reinigung der Bestände vor der Einlagerung, Versand von Document delivery-Aufträgen mittels MyBib, Ausleihen mittels IDS-Kurierdienst, Versand an Bibliotheken im In- und Ausland sowie an Endkunden in der Schweiz per Post sowie Konsultation ganzer Zeitschriftenreihen vor Ort.
Obwohl kein direkter institutioneller Zusammenhang mit dem Projekt „Kooperative Printarchivierung (KPA)“ der Konferenz der Universitätsbibliotheken der Schweiz (KUB) besteht, ergeben sich dennoch etliche Überschneidungen inhaltlicher Art. So eignet sich die Kooperative Speicherbibliothek bestens zur Aufbewahrung der Archivexemplare der beteiligten Bibliotheken. Diese haben sich dazu verpflichtet, Printexemplare von ausländischen wissenschaftlichen Zeitschriften gemäss ihren Sammelschwerpunkten auch in Zukunft vorzuhalten respektive im Falle von Abbestellungen die Kooperationspartner darüber zu informieren. Der Kollektivbestand der Speicherbibliothek könnte in Zukunft als gesamtschweizerisches Zeitschriftenarchiv dienen, welches durch die KPA-Partner alimentiert wird.


Kurzbiographie von Daniel Tschirren
Dani Tschirren ist seit 2015 stellvertretender Direktor der Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern. Er studierte Geschichte und Geographie in Bern und Zürich. Nach der Ausbildung zum wissenschaftlichen Bibliothekar an der ETH-Bibliothek in Zürich leitete er von 2001 bis 2014 die Benutzungsabteilung sowie den Hausdienst der Universitätsbibliothek Basel.

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