Abstract

Dorothea Sommer (BSB München)

Kooperative Aussonderung – Kooperative Speicherung. Aktivitäten und Planungen im europäischen Rahmen

Die Maximierung der Nutzung wie auch die Umnutzung von Flächen für neue Service-Angebote in Bibliotheken spielt in Zeiten einer zunehmenden Durchdringung des Medienangebots von Bibliotheken durch elektronische Produkte eine immer größere Rolle. Die Nutzung und Aufbewahrung von Printbeständen wird bei vorhandenen elektronischen Parallelangeboten in wissenschaftlichen Bibliotheken zunehmend hinterfragt und alternative Möglichkeiten der Raumnutzung und der Aufbewahrung von wenig genutzten Bibliotheksbeständen geprüft. Dieser Trend ist nicht nur eine spezifisch deutsche Entwicklung, sondern betrifft auch andere Bibliotheken in Europa und auf der Welt: man ist bestrebt, die physischen Inhalte der Sammlungen für die aktuelle und zukünftige Nutzungen zu bewahren bei gleichzeitiger höchstmöglich effektiver Ausnutzung des dafür zur Verfügung stehenden Platzes. Hierfür gibt es zahlreiche, durchaus unterschiedliche Modelle, die lokal, regional oder national konsortial und kollaborativ angelegt sind.
Die Präsentation wird eine Einführung und Überblick über die zentralen und dezentralen Initiativen und strategischen Entscheidungen, die gesetzlichen Grundlagen bzw. Vertragswerke und die Auswahlentscheidungen sowie die Definition der Zugangsmöglichkeiten (dim or dark archiving) in anderen europäischen Ländern geben. Insbesondere wird der aktuelle Stand und die Perspektiven der UK Research Reserve Initiative (UKRR) in Großbritannien und des Centre Technique du Livre de l'Enseignement Supérieur (CTLES, Frankreich) behandelt werden.


Kurzbiographie von Dorothea Sommer
Dorothea Sommer ist seit 2015 stellvertretende Generaldirektorin der Bayerischen Staatsbibliothek in München. Sie studierte Anglistik, Slavistik und Pädagogik an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Den Master für Management von Bibliotheks- und Informationsdiensten (MScEcon MLIS) erhielt sie von der University of Wales, Aberystwyth. Von 1990 bis 2015 war sie an der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt zunächst als Fachreferentin, dann als stellvertretende und amtierende Direktorin tätig.

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