Vorwort

Zu Ursprung und Ziel des am Shakespeare-Bildarchiv an der Universität Mainz und an der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur durchgeführten Projekts “Die Shakespeare-Illustration” heißt es in den “Notaten der Herausgeberin”:

“(…) Das ursprüngliche Ziel des DFG- und Mainzer Akademie-Projekts ’Die Shakespeare-Illustration’ bestand darin, die Sammlung des 1946 von Horst Oppel gegründeten Shakespeare-Bildarchivs zu bearbeiten und für den Druck vorzubereiten. (...) Bei meiner Sichtung der Bestände stellte sich heraus, dass Qualität und Größe der vorhandenen Photoreproduktionen nicht für die Drucklegung geeignet waren, das alte Bildmaterial daher nahezu komplett ersetzt werden musste, und ferner, dass die Sammlung erhebliche Lücken aufwies. Letzteres veranlasste mich, Anfang 1983 gezielte Anfragen an mehr als 360 Museen und Galerien zu richten, und zwar in dem von der Projektleitung geographisch eingegrenzten Bereich Westeuropa und Nordamerika. Dabei konnte ich bei rund 75% der kontaktierten Institutionen zusätzlich eine große Fülle bildkünstlerischer Arbeiten zum dramatischen Werk Shakespeares aufspüren, die zu sichten, zu identifizieren, zu beschaffen, zu katalogisieren und zu bearbeiten waren. Eine vollständige Erfassung war aber schon aus Zeit- und Kostengründen weder im westeuropäischen noch im nordamerikanischen Bereich möglich. (…) Es galt nun, auf der Basis des vorhandenen und neu zu beschaffenden Bildmaterials eine repräsentative, alle Shakespeare-Dramen umfassende, kunst- und literaturwissenschaftlichen Kriterien genügende Bilddokumentation von den Anfängen bis zur Gegenwart zu erarbeiten - mit einem Bild- und Katalogteil, einem Künstlerlexikon, einer klassifizierten Bibliographie, mehreren Registern und einem Abriss zu ’Geschichte, Funktion und Deutung bildkünstlerischer Werke zu Shakespeares Dramen’.” Die Shakespeare-Illustration (1594-2000), I, xvii

Die DFG-Projektleiter, Prof. Dr. Rudolf Böhm (Universität Kiel), Prof. Dr. Horst W. Drescher (Universität Mainz, federführend) und Prof. Dr. Paul Goetsch, mit denen die Verfasserin und Herausgeberin rund zwei Jahrzehnte intensiv und fruchtbar zusammenarbeitete, heben in ihrem “Vorwort” das “breite Spektrum bildlicher Präsentationen” hervor, die auch “bisher unveröffentlichte, unbekannte, in Einzelfällen überhaupt erstmals als Shakespeare-Illustrationen identifizierte Belege” enthielten. Sie betonen, daß man es mit einer “weltweit einzigartigen Sammlung” zu tun habe. Es bleibe zu hoffen, daß das Werk “eine große interessierte Öffentlichkeit” erreiche, “in der Anglisten und Shakespeare-Spezialisten keineswegs unter sich wären, sondern zu der auch Kunsthistoriker, Theaterwissenschaftler, Regisseure, Schauspieler, vielleicht sogar auch Künstler” gehörten. Die Shakespeare-Illustration (1594-2000), I, xiv.

Prof. Dr. Werner Habicht, der an dem Projekt als Vorsitzender der Kommission für Englische Philologie der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur über viele Jahre hinweg regen Anteil genommen und es nach Kräften gefördert hat, spricht in seinem “Vorwort” von der “grundlegende[n] Bedeutung” des Unternehmens. Es sei “ein veritables, über Jahre hinweg kontinuierlich ausgebautes Shakespeare-Bildarchiv entstanden, das schon von manchen Experten dankbar konsultiert worden ist”. Seine “Schätze” hätten bereits “etliche Ausstellungen bereichert”. “Möge der Band”, so heißt es abschließend, “nicht nur den Lesern und Betrachtern den breiten und detaillierten Überblick vermitteln, den der Gegenstand verdient, sondern auch das Interesse der Forschung auf die beachtlichen Gesamtbestände des Shakespeare-Bildarchivs lenken, (...) auf dessen weitere Pflege und Fortschreibung man hoffen möchte”. Die Shakespeare-Illustration (1594-2000), I, xv.