Prof. Dr. Anton Escher


Vita

1955geboren in Pleinfeld
1976 bis 1981 Studium der Geographie, Philosophie und Islamwissenschaft
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
1981Magister Artium
1981 bis 1985 Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Geographie,
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
1985 Promotion zum Dr. rer. nat.
1985 bis 1991Akademischer Rat am Institut für Geographie,
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
1990Habilitation in Geographie
1991 bis 1993Oberassistent am Institut für Geographie,
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
1993 bis 1994Vertretung von Prof. Dr. F. Scholz, Freie Universität Berlin (FU)
1994 bis 1995Oberassistent am Institut für Geographie,
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
1995 bis 1996Vertretung von Prof. Dr. E. Gormsen,
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
seit 1996Univ.-Professor am Geographischen Institut,
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Forschungsschwerpunkte

- Historische arabische Altstädte in Nordafrika und Vorderasien: Globalisierung, touristische Gentrification und mediale Wechselwirkungen der Medina

- Spielfilm und Geographie: Landschaft in Film und Wechselwirkungen von Fiktion, Imagination und Lebenswelt sowie Filmtourismus

- Diaspora und Migration: Arabische globale Netzwerke, Global Community

- Kulturelle Vermittlung und interkulturelle Kommunikation

 


Veröffentlichungen

Gutenberg Open


Fragebogen

Welche Bibliothek hat Sie bei Ihrer Arbeit in ganz besonderer Weise unterstützt oder Ihr Bild von Bibliotheken geprägt?

Die Bibliothek von Prosper Ricard in der Oudaia Kasbah in Rabat/Marokko. Prosper Ricard (1874-1952) war von 1920-1935 « Directeur du Service des Arts Indigènes au Maroc » und hatte eine umfangreiche Sammlung an Büchern, Journalen, Manuskripten und Protokollen zum Handwerk in Nordafrika zusammengetragen. Die Bibliothek befand sich in den alten Mauern der Kasbah inmitten eines unglaublichen Gartens. Die Informationen waren Grundlage meiner Doktorarbeit.

Welche Online-Angebote schätzen Sie in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit außerordentlich?

Im Moment schätze ich die Seite "USA-bezogene Zeitschriften aus der Datenbank Proquest Research Library" unserer Universitätsbibliothek.

Welche Bücher haben Sie und Ihr Forschungsinteresse nachhaltig beeinflusst oder Ihnen neue Perspektiven für Ihre Arbeit eröffnet?

Die Lektüre der Reiseerzählungen von Karl May (1842-1912) insbesondere der „Orientzyklus“ und die „Winnetou-Bände“ weckten in der Grundschulzeit mein Interesse an Forschungen und Reisen in fremden Ländern.
Die Kriminalromane von Tony Hillerman (1925-2008) über die Diné (Navajo Nation Reservation) in Arizona.
Stowasser, Karl (Hrsg.) (1988): Ein Muslim entdeckt Europa. Rifa’a al-Tahtawi. Bericht über seinen Aufenthalt in Paris 1826-1831. Verlag C. H. Beck. München.
Driss ben Hamed Charhadi (1985): Ein Leben voller Fallgruben. Franz Greno Verlag. Nördlingen.
Clifford Geertz, Hildred Geertz und Lawrence Rosen (1979): Meaning and Order in Moroccan Society: Three Essays in Cultural Analysis. Cambridge University Press. Cambridge.
Lévi-Strauss, Claude (1987): Die eifersüchtige Töpferin. Franz Greno Verlag. Nördlingen.
Und noch viele mehr ….

Welche Arbeiten Ihrer Studierenden haben Sie besonders neugierig gemacht?

Neugierig machen mich nahezu alle Arbeiten meiner Studierenden, als Beispiele möchte ich nennen: „Piraten im Cyberspace“ von J. Dienst, M. Göpfert und S. Ullmann; „Obdachlosigkeit in San Francisco: Spiegel des American Dream? von S. Schindlauer und M. Karner.

Welche wissenschaftlichen Studien müssten Ihrer Meinung nach dringend noch geschrieben werden?

Die ((schein)heilige) Identität von Fakt und Fiktion bzw. von Mythos und Logos in der Postmoderne.

Welche wissenschaftliche Arbeit hat Sie zuletzt nicht schlafen lassen?

Immer die Arbeit, die ich als nächsten Aufsatz versprochen habe, zu publizieren.

Wie würde ein Roman heißen, den Sie gerne schreiben würden?

Das Leben von Abu Khalil oder der syrische Taxifahrer.
(Abu Khalil war von 1985 bis zu seinem Tod im Jahr 2002 „mein Taxifahrer“ in Syrien. In den 1980er Jahren waren wir gemeinsam oftmals über Monate in Syrien unterwegs. Seine Erzählungen und unsere Erlebnisse existieren in meinen Erinnerungen als ungeschriebener Roman.)

Hören Sie Musik bei Ihrer wissenschaftlichen Arbeit; wenn ja, welche?

Eher nein ….

Welcher Film hat am ehesten einen Bezug zu Ihrer wissenschaftlichen Arbeit?

Casablanca” von Michael Curtiz (1942)
Powwow Highway” von Jonathan Wacks (1988)
The Sheltering Sky” von Bernardo Bertolucci (1990)

Wie sieht die Bibliothek Ihrer Träume aus?

Die Vision der „Bibliothek von Babel“ von Jorge Luis Borges.