Prof. Dr. Harald Paulsen

Prof. Harald Paulsen

1953geboren in Bremen
1973 bis 1978 Studium der Chemie an der Georg-August-Universität Göttingen
1978 bis 1983 Dissertation am Institut für Physiologische Chemie, LMU München (Prof. H.G. Zachau), Titel: Fluoreszenz-spektroskopische Untersuchungen zur Struktur von tRNA-Ribosomen-Komplexen
1983 bis 1985 Postdoc am Inst. f. Physiologische Chemie., Ludwig-Maximilians-Universität München
1985 bis 1988 “Research Fellow” an den Biological Labs, Harvard University, Cambridge MA, USA (Prof. L. Bogorad)
1988 bis 1996Assistent und Oberassistent am Botanischen Institut, LMU München (Prof. W. Rüdiger)
1990“Fellowship” der “German-Israeli Foundation” für einen Arbeitsaufenthalt an der Hebräischen Universität, Jerusalem, Israel
1992Habilitation. Titel: Biogenese und Struktur lichtsammelnder Komplexe in Pflanzen
1994“Short-term fellowship” der EMBO für Oxford, England
seit 1996Universitätsprofessor und Geschäftsführender Leiter des Instituts für Allgemeine Botanik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2003 bis 2008Dekan des Fachbereichs Biologie der JGU
seit 2007Projektleiter der Graduiertenschule (seit 2012: Graudiertenschule der Exzellenz) “Materials Science in Mainz MAINZ”
seit 2009“Steering committee” der Max-Planck-Graduiertenschule mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz
seit 2014Sprecher bzw. Direktor des Gutenberg-Lehrkollegs
seit 2015Auswahlkommission für Doktorandenstipendien bei der Studienstiftung

Forschungsschwerpunkte


Veröffentlichungen

Universitätsbibliografie


Fragebogen

Welche Bibliothek hat Sie bei Ihrer Arbeit in ganz besonderer Weise unterstützt oder Ihr Bild von Bibliotheken geprägt?

Da sind gleich mehrere zu nennen. Die erste ist die Stadtbibliothek in meiner Heimatstadt Bremen. Eine gut bestückte Abteilung mit Orchesterpartituren und Kammermusiknoten aller Art, und alles freihand zugänglich – ich weiß nicht, wie viele Nachmittage ich dort stöbernd verbracht habe. Die zweite ist die Chemie-Abteilung der Niedersächsischen Staatsbibliothek in Göttingen, ausgelagert in den 4. Stock der Chemischen Institute der Georgia-Augusta-Universität: Alle einschlägigen Bücher, Handbücher und Journale freihand zugänglich, nur wenige Treppen von meiner Laborbank entfernt – ein Traum!. Und als drittes hat mich die Widener Library der Harvard-Universität sehr beeindruckt, natürlich ebenfalls fast durchweg freihand aufgestellt, dabei sollte man aber unbedingt schwindelfrei sein.

Welche Online-Angebote schätzen Sie in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit außerordentlich?

Nach dem Web of Science bin ich nachgerade süchtig. Aber auch der unglaublich bequeme und schnelle Zugang zu den meisten in meinem Arbeitsbereich wichtigen Journalen über die elektronische Zeitschriftenbibliothek der JGU erfüllt mich immer wieder mit Glücksgefühl. Wenn das auch zur Folge hat, dass ich nur noch selten eine Bibliothek von innen sehe.

Welche Bücher haben Sie und Ihr Forschungsinteresse nachhaltig beeinflusst oder Ihnen neue Perspektiven für Ihre Arbeit eröffnet?

Für die wissenschaftliche Arbeit in den Lebenswissenschaften spielen Bücher eine viel geringere Rolle als Periodika. Aber auf meinem Weg in die Wissenschaft hinein haben Bücher eine entscheidende Rolle gespielt. Der Prototyp eines brillianten Lehrbuchs ist für mich „der Stryer“ (Lubert Stryer, Biochemie). Ein mich ähnlich begeisterndes Lehrbuch in meinem Fach, der Pflanzenphysiologie, ist die „Allgemeine und Molekulare Botanik“ von E. Weiler und L. Nover. Bücher, die mich in meiner Studienzeit beeinflusst haben: Kant: Kritik der reinen Vernunft; Kierkegaard: Die Krankheit zum Tode; Monod: Zufall und Notwendigkeit; K. Popper und J.C. Eccles: Das Ich und sein Gehirn; Heisenberg: Der Teil und das Ganze; C.F. von Weizsäcker: Die Einheit der Natur, T.S. Kuhn: The Structure of Scientific Revolutions. Ein Buch, das mich in jüngerer Zeit sehr zum Nachdenken gebracht hat: D. Kahnemann, Thinking, Fast and Slow.

Welche Arbeiten Ihrer Studierenden haben Sie besonders neugierig gemacht?

Alle dann, wenn sie eigene Gedanken entwickelt haben.

Welche wissenschaftlichen Studien müssten Ihrer Meinung nach dringend noch geschrieben werden?

So schrecklich viele. Und die müssen wir dann auch noch lesen!

Welche wissenschaftliche Arbeit hat Sie zuletzt nicht schlafen lassen?

Das kann mir (leider) bei jeder eigenen wissenschaftlichen Arbeit passieren, wenn sie in eine „heiße Phase“ kommt. Dass wissenschaftliche Arbeiten anderer mir den Schlaf geraubt haben, ist mir schon lange nicht mehr passiert. Einer der Vorteile des Älterwerdens…

Wie würde ein Roman heißen, den Sie gerne schreiben würden?

Ich kenne meine Grenzen und bleib bei meinen Leisten.

Hören Sie Musik bei Ihrer wissenschaftlichen Arbeit; wenn ja, welche?

Nie. Entweder oder.

Welcher Film hat am ehesten einen Bezug zu Ihrer wissenschaftlichen Arbeit?

David Attenborough: The Private Life of Plants

Wie sieht die Bibliothek Ihrer Träume aus?

Selbstverständlich Freihand!