Prof. Dr. Stefan Scherer (Januar 2013)

Prof. Dr. Stefan Scherer
Vita

1961 geboren in Pirmasens
1980 Abitur, Willigis-Gymnasium, Mainz
1980 bis 1981 Zivildienst
1981 bis 1984 Studium der Physik; JGU
1984 bis 1985 Studium der Physik, University of Washington, Seattle, USA
1985 Bachelor of Science, University of Washington
1985 bis 1987 Studium der Physik, JGU
1987 Diplom, JGU
1987 bis 1990 Promotion, JGU
1990 bis 1992 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, NIKHEF, Amsterdam, Niederlande
1992 bis 1994 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, TRIUMF, Vancouver, Kanada
1994 bis 1996 Habilitationsstipendium der DFG
1996 Habilitation im Fach Theoretische Physik, JGU
1996 bis 1999 Wissenschaftlicher Angestellter
1999 bis 2005 C2-Hochschuldozent
2003 Lehrpreis des Senates der JGU
seit 2004 Apl. Professor
2005 bis 2007 Akademischer Rat
2007 Landeslehrpreis
2007 bis 2011 Akademischer Oberrat
seit 2011 Akademischer Direktor
2012 Landeslehrpreis

Forschungsschwerpunkte

- Theoretische Kern- und Teilchenphysik

- Chirale Störungstheorie

- Chirale effektive Feldtheorien instabiler Teilchen

- Quantisierung und Renormierung effektiver Feldtheorien

- Photo- und Elektropionproduktion

- Reelle und virtuelle Compton-Streuung

- Elektromagnetische und schwache Formfaktoren


Veröffentlichungen

Universitätsbibliografie


Weiterführende Links auf den Seiten der JGU

Bereichsbibliothek Physik, Mathematik, Chemie


Welche Bibliothek hat Sie in Ihrer Arbeit in ganz besonderer Weise unterstützt oder Ihr Bild von Bibliotheken geprägt?

Hauptbibliothek der University of Washington, Seattle, Washington, U.S. Bereichsbibliothek Physik Mathematik Chemie PMC, JGU

Welche Online-Angebote schätzen Sie in Ihrer wissenschaftlichen Arbeit außerordentlich?

INSPIRE
ein von CERN, DESY, Fermilab und SLAC für die Hochenergiephysik erstelltes Informationssystem
arXiv.org
ein Dokumentenserver für elektronische Preprints
Online-Katalog der UB

Welche Bücher haben Sie und Ihr Forschungsinteresse nachhaltig beeinflusst oder Ihnen neue Perspektiven für Ihre Arbeit eröffnet?

- Karl Faber und Hansheinrich Brixius, Lineare Algebra und Analytische Geometrie:
Dieses Schulbuch hat meine Liebe zur Mathematik geweckt, Herr Brixius war ein ausgezeichneter Mathematiklehrer.
- Erich Fromm: Haben oder Sein; München, 1979: Entscheidende Impulse beim Übergang Schule, Zivildienst, Universität - L. D. Landau und E. M. Lifschitz, Lehrbuch der theoretischen Physik, Band I, Mechanik; Berlin:
Die erste Begegnung mit der theoretischen Physik, anspruchsvoll geschrieben, vieles ist mir erst beim Lernen für die Prüfung klar geworden.
- Werner Heisenberg, Der Teil und das Ganze; München, 1971:
Erinnerungen aus dem Leben Heisenbergs, die mich auch heute noch beeindrucken
- Gerald Grawert: Quantenmechanik, Wiesaden, 1989 (5. Auflage):
Dieses Buch wurde uns im Studium von Professor Arenhövel empfohlen. In seiner knappen, aber rigorosen Darstellung war es ideal für den Einsteiger.
- Claude Cohen-Tannoudji, Bernard Diu, Frank Laloe, Quantum Mechanics, I und II; New York, 1995:
Zwei Quantenmechanikbücher, die von vielen als zu ausführlich angesehen werden (ca 1500 Seiten nur für die nichtrelativistische Quantenmechanik), mir kommt der transparente Stil entgegen.
- Ta-Pei Cheng und Ling-Fong Li, Gauge theory of elementary particle physics; Oxford, 1984:
Eine der ersten Begegnungen mit der theoretischen Elementarteilchenphysik mit einer sehr guten Themenauswahl. In einem persönlichen Gespräch hat Professor Li mir gegenüber mein Arbeitsgebiet (chirale Störungstheorie) als völlig uninteressant abgetan. Jeder kann sich einmal irren.
- H. F. Jones, Groups, Representations and Physics; Bristol, 1998 (2. Auflage):
Ein sehr schönes, für Studierende ideal geeignetes Buch, das mein Interesse an der Gruppentheorie geweckt hat
- Florian Scheck, Theoretische Physik 1 – 5; Berlin:
Eine großartige Lehrbuchreihe, ich wünschte, ich hätte sie geschrieben!
- Thomas de Padova, Das Weltgeheimnis
Ein sehr schönes populärwissenschaftliches Buch zum Wirken und Leben der Zeitgenossen Kepler und Galilei, das mir von einem geschätzten Kollegen geschenkt wurde

Welche Arbeiten Ihrer Studierenden haben Sie besonders neugierig gemacht?

Bei jeder Arbeit, sei es eine Diplom-, Staatsexamens- oder Doktorarbeit, bin ich von Neuem gespannt, wie eine bestimmte Thematik bearbeitet und umgesetzt wurde.

Welche wissenschaftliche Arbeit hat Sie zuletzt nicht schlafen lassen?

Das Korrekturlesen meiner kürzlich erschienenen Monografie „A Primer for Chiral Perturbation Theory".

Wie würde ein Roman heißen, den Sie gerne schreiben würden?

Leider besitze ich dafür keinerlei Talent.
Romane, die mir sehr gut gefallen haben, sind z.B.
Paul Auster, Die Brooklyn-Revue; Hamburg, 2006 T. C. Boyle, America; München, 1996 David Chotjewitz, Das Abenteuer des Denkens Nick Hornby, High Fidelity; Köln, 1996 John Irving, Gottes Werk und Teufels Beitrag Uwe Johnson, Mutmassungen über Jakob; München, 2004
Haruki Murakami, Kafka am Strand; Köln, 2004
Timothy Taylor, Stanley Park

Hören Sie Musik bei Ihrer wissenschaftlichen Arbeit; wenn ja, welche?

Das geht während der Arbeit gar nicht, weil mir die Konzentration abhanden kommt.
Da ich mich leidenschaftlich für Rockmusik interessiere, dennoch ein paar CDs, die ich zurzeit häufig höre (Stand September 2012):

Jackson Brown & David Lindley: Love is strange Lucinda Williams, Live @ The FillmoreGrateful Dead, To Terrapin: Hartford `77Warren Haynes Band, Live at the Moody TheaterMumford & Sons, Sigh No MoreThe Derek Trucks Band: RoadsongsSugarland, Live on the insideBob
Dylan: Tempest

Wie sieht die Bibliothek Ihrer Träume aus?

Wichtig wäre mir vor allem, dass Buch- und Zeitschriftenserien möglichst vollständig vorhanden sind. Die Umgebung sollte großzügig, hell und ruhig sein, ein separater Aufenthalts-/Leseraum, in dem man sich auch unterhalten und einen Kaffee trinken kann, wäre wünschenswert.