Geschichte des Archivs

Gründungsphase 1946-1973

Nach Prüfung des 1950 vorhandenen universitären Schriftguts durch den ehemaligen Archivrat und Historiker Professor Theodor Schieffer wurde die Gründung eines Universitätsarchivs zunächst vertagt, weil nicht genügend archivwürdige Unterlagen vorhanden seien.

Erst 1956 wurde eine Archivkommission etabliert, die sich aus dem Rektor, zwei Professoren und zwei Archivaren des Wiesbadener Hauptstaatsarchivs zusammensetzte. Die erste praktische Archivarbeit leistete ein Verwaltungsbeamter, der für wichtig angesehene Schriftstücke in Fadenheftung bündelte. Die erste kontinuierliche Beschäftigung mit der Mainzer Universitätsgeschichte erfolgte durch Helmut Mathy (1934 – 2008).

Kommissarische Archivleitung 1973-1981

1972 wurden in Zusammenarbeit mit der Landesarchivverwaltung in Koblenz zum ersten Mal verbindliche Richtlinien für die Arbeit im Archiv festgelegt. Organisationsrechtlich wurde das Archiv Teil der zentralen Verwaltung.

Die Leitung des Archivs übernahm Dr. Krüger vom Landeshauptarchiv, der wöchtenlich einen Tag im Universitätsarchiv arbeitete. Unterstützt wurde er durch Frau Meyer, die bis 1982 halbtags im Archiv als Hilfskraft tätig war. Dr. Krüger gliederte die Bestände und legte erste Findbücher an.

Erster hauptamtlicher Archivleiter 1981-2012

1981 trat Dr. Jürgen Siggemann als erster hauptamtlicher Archivleiter seinen Dienst im Universitätsarchiv an. Im selben Jahr zog das Archiv mit Geschäftszimmer und Magazin in den Duesbergweg im Westteil des Campus. Unter der Präsidentschaft des späteren Archivbeiratsmitgliedes Prof. Harder wurde das Archiv direkt dem Präsidenten unterstellt.

Das Jahr 1984 bot dem Archiv Gelegenheit, Gastgeber zu sein. Die Fachgruppe 8 des Vereins deutscher Archivare, in der die Kollegen aus Hochschulen und wissenschaftlichen Institutionen organisiert sind, tagte in Mainz.

Mit dem Erwerb des Nachlasses von Erich Feldmann konnte das Archiv im Jahr 1984 eine wichtige Überlieferungslücke schließen. Das von Feldmann geleitete Pädagogische Institut, das der TH Darmstadt angegliedert war, ist ein historisches Bindeglied zwischen alter und neuer Mainzer Universität. 1985 konstituierte sich ein Archivbeirat zur wissenschaftlichen Beratung und organisatorischen Unterstützung der Archivleitung.

Eine Wende vollzog sich mit dem erneuten Umzug des Archivs in das Hauptgebäude am Forum 2. Die Archivleitung hatte sich hilfesuchend an die Universitätsleitung gewandt, weil das einzige Arbeitszimmer, zu beengt war, zumal es auch den Archivbenutzern als Leseraum diente.

1994 war das Archiv erneut Gastgeber für die Fachgruppe 8, diesmal in größeren Rahmen unter Einschluß der ostdeutschen Kollegen. Von 1997 bis 2000 wurde die Fotosammlung digitalisiert und ein erster Internetauftritt des Archivs entwickelt.

2012 erreichte Dr. Siggemann die Altersgrenze und schied aus.

Das Archiv als Abteilung der Universitätsbibliothek 2012-

Mit der Neubesetzung der Archivleitung durch Dr. Christian George wurde 2012 das Archiv organisatorisch als Abteilung in die Univerisätsbibliothek integriert.

Das Büro des Archivleiters zog in die Zentralbibliothek um. Im Keller der Zentralbibliothek wurde ein Raum für die Findmittel und die wichtigsten Sammlungsbestände eingerichtet. Die Magazinräume wurden im Sommer 2013 in das Haus Recht und Wirtschaft II und in das SB II verlegt.