Das AMA:remix lab wird kuratorisch betreut von Tom Simmert, Hauke Dorsch, Bakar Abdul-Rashid Jeduah und Tanja Labs; assistiert von Til Kunzer, Miriam Nasr und Franziska Sonnen.
Gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, die Ernst-Wilhelm-Müller-Stiftung, die Schule des Sehens und das Georg Forster Forum.
Das Archiv für die Musik Afrikas (AMA)
Das 1991 gegründete Archiv für die Musik Afrikas beherbergt eine einzigartige Sammlung moderner afrikanischer Musik auf Tonträgern verschiedener Formate – darunter Schellack- und Vinylplatten, Audio- und Videokassetten sowie CDs und DVDs. Der Bestand umfasst derzeit rund 20.000 Tonaufnahmen, von denen einige bis in die 1940er Jahre zurückreichen.
Das Archiv dokumentiert Musik aus allen afrikanischen Ländern. Die Sammlung wächst kontinuierlich durch Schenkungen und Ankäufe. Darüber hinaus stehen Tausende von Zeitungsausschnitten – Artikel, Berichte, Interviews, Plattenkritiken u. a. – als umfangreiches Hintergrundmaterial zur Verfügung, das vor Ort eingesehen werden kann. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit verfolgt das AMA das Ziel, Informationen über afrikanische Musik einem breiteren Publikum zugänglich zu machen.
Die Schellackplatten und Musikkassetten des Archivs wurden digitalisiert und sind in den Räumlichkeiten des AMA hörbar. Die AMA Lounge lädt dazu ein, Playlists afrikanischer Musik zu entdecken. Wissenschaftler:innen, Künstler:innen und alle weiteren Interessierten sind eingeladen, die Bestände für ihre Forschung zu nutzen.
Das AMA veranstaltet regelmäßig Konzerte, Ausstellungen und andere Veranstaltungen, die Musiker:innen und Künstler:innen vom afrikanischen Kontinent und seiner Diaspora in den Fokus rücken – in dieser Tradtion versteht sich auch das AMA:remix lab.
Unsere Artists in Residence:
Ambrose
Ambrose arbeitet an der Schnittstelle von Tanz, Mode und Medienproduktion. Seine Arbeit hat ihre Bezüge in den diversen kinetischen Ausdrucksformen der Straßen von Lagos. Als Gründungsmitglied des Kollektivs Westsyde Lifestyle hat er maßgeblich dazu beigetragen, afrikanische Straßentänze sowohl als lokale Praxis als auch als global zirkulierende Formen zu prägen. Seine Bewegungssprache schöpft aus nigerianischen Stilen wie Konto und Shaku Shaku, aus Elementen des Hip-Hop, sowie aus afrokaribischem und zeitgenössischem Tanz. Als Tanzlehrer ist er regelmäßig auf mehreren Kontinenten unterwegs – mit Engagements bei der QDance Company Re:incarnation Tour, dem Oyofe Festival Barcelona, den Berliner Festspielen und vielen anderen. Über die Bühne hinaus erstreckt sich seine Arbeit auf Fashion-Styling, Creative Direction und die kollaborative Produktion verschiedener Medienformate, darunter Zusammenarbeiten mit Künstler:innen wie Skepta, Wizkid und Major Lazer.
Chilleaux
Chilleaux ist ein in Nigeria geborener Artist, Songwriter und Produzent, dessen Weg in der Afrobeats-Industrie von Lagos sich in über vom Produzentenstuhl im Studio, hin zum Mikrofon und schließlich auf die Bühne bewegt hat. Im vergangenen Jahrzehnt zirkulierte seine Arbeit – oft unter seinem früheren Namen Chillz – vor allem in Form von Produktionen und Kollaborationen mit Künstler:innen wie Burna Boy, Davido, Adekunle Gold und M.I. Abaga. Mit seinem kürzlichen Rebranding als Solokünstler unter dem Namen Chilleaux markiert er eine bewusste Verschiebung von Autorschaft und Sichtbarkeit. Seine eigenen Songs stellen eine klangliche Sensibilität in den Vordergrund, die sein sonores Timbre mit textureller Geschmeidigkeit und einer unaufgeregten Leichtigkeit verbindet – dazu treten reduzierte Highlife-Rhythmen, die seinen Stil nigerianischer Popmusik prägen: vom Debütalbum Good Vibes, Vol. 1 (2020) bis zu seinen jüngsten Veröffentlichungen Skooby Snack und Melody (2025).
Steloolive
Steloolive ist ein in Ghana geborener Sound- und Performancekünstler, dessen Präsenz ebenso eindrücklich ist wie seine Musik. Auch als „Fashion DJ" bekannt, verbindet er technologisch und medial offene Klangexperimente mit einer markanten visuellen Identität und stellt damit das Wechselspiel von Klang, Visuellen Aspekten und künstlerischer Persona innerhalb zeitgenössischer Performance in den Mittelpunkt. In seinen Kompositionen setzt er elektronische und akustische Instrumente neben Alltagsgegenständen und found sound ein und bringt Elemente aus Genres wie House, Dubstep, Drum & Bass und EDM mit rhythmischen Strukturen aus verschiedenen ghanaischen Musikkulturen in Berührung – eine Praxis, mit der er zugleich referenziell und spekulativ vorgeht. Steloo's Performances artikulieren eine bewusste Spannung zwischen seiner kontrollierten ästhetischen Selbstpräsentation und der Unmittelbarkeit und dem experimentellen Charakter seiner Klangarbeiten.