Clio auf die Ohren

Geschichtswissenschaft

Clio auf die Ohren

„Clio auf die Ohren“ ist der Podcast des Historischen Seminars an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Wir arbeiten aus der geschichtswissenschaftlichen Forschung und Lehre heraus. Manchmal podcasten hier Lehrende, manchmal Studierende, immer aber sind es Menschen mit großer Neugier und einer Begeisterung für geschichtswissenschaftliche Erkenntnisreisen. 

Manche Podcasts verstehen wir als eine Art Bohrung, um historische Tiefenschichten zu bergen, die im historischen Wissen unserer Gegenwart verschüttet worden sind. In anderen Podcasts begeben wir uns auf die Suche nach Antworten auf historische Fragen – und Ihr dürft neben uns herlaufen! Alle unsere Podcasts versuchen, die Grenzen des geschichtswissenschaftlich Diskutierbaren auszuloten: Wo sind diese Grenzen, wie erreichen wir sie? 

Das gilt auch für die Themenwahl: Nur zu gerne loten wir Themen jenseits des Alltagskanons aus. Dabei leitet uns eine Frage: Was können wir im Gespräch oder in der Suchbewegung zu einem konkreten historischen Problem über die Welt zu dieser Zeit lernen, politisch, sozial, ökonomisch oder kulturell? Begleitet uns gerne bei unseren Bohrungen und Suchbewegungen!

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Staffel 1 · Folge 4

Epidemien und Quarantänen – Das Osmanische Reich im Übergang von der Frühen Neuzeit zur Moderne

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Epidemien und Quarantänen – Das Osmanische Reich im Übergang von der Frühen Neuzeit zur Moderne

Clio auf die Ohren - E4 Epidemien und Quarantänen - Das Osmanische Reich im Übergang von der Frühen Neuzeit zur Moderne
Epidemien und Quarantänen – Das Osmanische Reich im Übergang von der Frühen Neuzeit zur Moderne
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Clio auf die Ohren - E4 Epidemien und Quarantänen - Das Osmanische Reich im Übergang von der Frühen Neuzeit zur Moderne
01. April 2023 – 

Der vierte Podcast der ersten Staffel von „Clio auf die Ohren“ führt uns in das Osmanische Reich der Vormoderne. Mit Barbara Henning sprechen wir über den „kranken Mann am Bosporus", dem in der europäischen Geschichte der Neuzeit vielfach zugeschrieben wurde, eine Seuchenexportnation zu sein - nicht zuletzt deshalb baute das Habsburger Reich im 18. Jahrhundert einen Cordon sanitaire gegen das Osmanische Reich auf. Was ist dran an dieser Zuschreibung von außen, wie krank war das Osmanische Reich beziehungsweise seine Bevölkerung in der Vormoderne? Wie ging man im größten unabhängigen islamischen Reich der Neuzeit mit Epidemien und ihren Herausforderungen um? Welche Rolle spielten religiös-theologische oder juristische Überlegungen?

Literaturtipps:

  • Ayalon, Yaron (2015): Natural Disasters in the Ottoman Empire. Plague, Famine and Other Misfortunes. Cambridge.
  • Ayalon, Yaron (2017): Religion and Ottoman Society’s Responses to Epidemics in the Seventeenth and Eighteenth Centuries. In: Varlık, Nükhet (Hg.): Plague and Contagion in the Islamic Mediterranean. New Histories of Disease in Ottoman Society. Newark, S. 179-197.
  • Bulmuş, Birsen (2012): Plague, Quarantines and Geopolitics in the Ottoman Empire. Edinburgh.
  • Pistor-Hatam, Anja (1991): Pilger, Pest und Cholera. Die Wallfahrt zu den Heiligen Stätten im Irak als gesundheitspolitisches Problem im 19. Jahrhundert. In: Die Welt des Islams 31 (2), S. 228-245.
  • Varlık, Nükhet (2013): From “Bête Noire” to “le Mal de Constantinople”: Plagues, Medicine, and the Early Modern Ottoman State. In: Journal of World History 24 (4), S. 741-770.
  • Varlık, Nükhet (2017): “Oriental Plague” or Epidemiological Orientalism? Revisiting the Plague Episteme of the Early Modern Mediterranean. In: Dies. (Hg.): Plague and Contagion in the Islamic Mediterranean. New Histories of Disease in Ottoman Society. Newark, S. 57-87.
  • White, Sam (2010): Rethinking Disease in Ottoman History. In: International Journal of Middle Eastern Studies 42, S. 549-567.
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Staffel 1 · Folge 3

(K)eine Seuche wie jede andere – die Justinianische Pest im 6. Jahrhundert nach Christus

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(K)eine Seuche wie jede andere – die Justinianische Pest im 6. Jahrhundert nach Christus

Clio auf die Ohren - E3 Die justinianische Pest im 6. Jh. nach Christus
(K)eine Seuche wie jede andere – die Justinianische Pest im 6. Jahrhundert nach Christus
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Clio auf die Ohren - E3 Die justinianische Pest im 6. Jh. nach Christus
01. März 2023 – 

Im dritten Podcast der ersten Staffel von „Clio auf die Ohren“ begeben wir uns auf eine Spurensuche rund um den vielleicht ersten großen Pestausbruch in der europäischen Geschichte: die Justinianische Pest. Das führt uns auch mitten in eine fundamentale Umbruchphase: die Zeit Justinians, in der die Spätantike an ein Ende kommt und vielleicht das beginnt, was wir rückblickend „Mittelalter“ nennen. Zugleich ist dies eine Phase mit besonderen klimatischen Herausforderungen, die oft mit dem Begriff „Spätantike Kleine Eiszeit“ zusammengefasst werden. Konnte Justinian als Kaiser angemessen auf diese Herausforderungen reagieren, und wie wurde sein Handeln zeitgenössisch wahrgenommen? Diesen Fragen wollen wir mit Andreas Goltz, einem ausgewiesenen Spätantike-Experten, nachgehen.

Literaturtipps:

  • Horden, Peregrine (2021): Plague of Justinian. In: The Oxford Classical Dictionary. 5. Aufl. (online verfügbar).
  • Harper, Kyle (2017): Climate, Disease and the Fate of Rome. Princeton University Press, Princeton, New Jersey; dt. Übersetzung (2020): Fatum. Das Klima und der Untergang des Römischen Reiches. München.
  • Meier, Mischa (2004): Justinian. Herrschaft, Reich und Religion, München.
  • Meier, Mischa (2020a): Die ‚Justinianische Pest‘ – im Spiegel der Covid-19-Pandemie betrachtet, in: HSozKult, https://www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-5077.
  • Meier, Mischa (2020b): The Justinianic Plague: An “Inconsequential Pandemic”? A Reply, in: Medizinhistorisches Journal  55, S. 172-199.
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Staffel 1 · Folge 2

Die Große Pest von Wien 1679

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Die Große Pest von Wien 1679

Clio auf die Ohren - E2 Die Große Pest in Wien 1679
Die Große Pest von Wien 1679
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Clio auf die Ohren - E2 Die Große Pest in Wien 1679
01. Februar 2023 – 

Mit dem zweiten Podcast der ersten Staffel von „Clio auf die Ohren“ springen wir in die kaiserliche Hauptstadt des Habsburgerreichs: Wir bohren rund um die Pest in Wien, die dort 1679 vier Jahre vor der bekannten osmanischen Belagerung, von der damals noch niemand etwas ahnen konnte, wütete. Was hat diese Pest mit einem unser bis heute bekanntesten Kinderlieder zu tun? Und wie reagierte eines der Zentren des römisch-katholischen Europa auf diese damals notorische Seuche? Mit Matthias Schnettger gehen wir religiösen Deutungen nach und versuchen, dabei auch das Herrschaftsverständnis des Habsburger Kaisers Leopold I. zu rekonstruieren.


Literaturtipps:

  • Witzmann, Reingard (2005): Die Pestsäule am Graben in Wien (= Wiener Geschichtsblätter. Beiheft 4). Wien.
  • Flotzinger, Rudolf (2005): Augustin, Lieber. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe; URL: https://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_A/Augustin_lieber.xml. Wien.
  • Ulbricht, Otto (Hg.) (2004): Die leidige Seuche : Pest-Fälle in der Frühen Neuzeit. Köln/Weimar.
  • Welzig, Werner (Hg.) (1983): Mercks Wienn : 1680 / Abraham a Sancta Clara. Neudruck. Tübingen.
  • Bergdolt, Klaus (4. Aufl. 2021): Die Pest. München.
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Staffel 1 · Folge 1

Die Moskauer Pestrevolte 1771

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Die Moskauer Pestrevolte 1771

Clio auf die Ohren - E1 Die Moskauer Pestrevolte 1771
Die Moskauer Pestrevolte 1771
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Clio auf die Ohren - E1 Die Moskauer Pestrevolte 1771
01. Januar 2023 – 

Mit dem ersten Podcast der ersten Staffel von „Clio auf die Ohren“ springen wir mitten in die vielleicht bekannteste und in der Vormoderne immer wieder beunruhigende Seuche der europäischen Geschichte, die Pest. Sie trat 1771 zum letzten Mal in Europa dort auf, wo man sie am wenigsten erwartet hätte: im Russländischen Reich, konkret in Moskau, und ihr Erscheinen dort und die Verhängung herrschaftlicher Maßnahmen zu ihrer Eindämmung durch Katharina II. führten zu einer ernsthaften Revolte. Mit Jan Kusber gehen wir der Bedeutung von Epidemien, von Gesundheit und Medizin und von Hygiene in der Osteuropäischen Geschichte allgemein und im Moskau zur Zeit Katharinas der Großen nach und fragen uns, was wir aus diesen Beobachtungen lernen können.


Literaturtipps:

  • Alexander, John T. (1974): Catherine II, Bubonic Plague, and the Problem of Industry in Moscow. In: The American Historical Review 79 (3), S. 637–671.
  • Alexander, John T. (1980): Bubonic plague in early modern Russia. Public Health & Urban Disaster. Baltimore.
  • Alexander, John T. (1981): Catherine the Great and Public Health. In: Journal of the History of Medicine and Allied Sciences 36 (2), S. 185–204.
  • Alexander, John T. (1986): Reconsiderations on Plague in Early Modern Russia, 1500-1800. In: Jahrbücher für Geschichte Osteuropas 34 (2), S. 244–254.
  • Kahan, Arcadius (1979): Social Aspects of the Plague Epidemics in Eighteenth-Century Russia. In: Economic Development and Cultural Change 27 (2), S. 255–266.
  • Kowal, Areta O. (1972): Danilo Samoilowitz: An Eighteenth-Century Ukrainian Epidemiologist and His Role in the Moscow Plague (1770–72). In: Journal of the History of Medicine and Allied Sciences 27 (4), S. 434–446.
  • Proskurina, Vera (Hg.) (2011): Creating the Empress. Politics and Poetry in the Age of Catherine II. Boston.
  • Kusber, Jan (2022): Katharina die Große. Legitimation durch Reform und Expansion. Stuttgart.
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