Wenn wir im Alltag darüber sprechen, ob jemand eine Rolle erfüllt oder nicht, verbinden wir gewisse Erwartungen mit einer Person. Doch wie entstehen und festigen sich Vorstellungen von Rollen und Figuren? Woher kommen diese Begriffe eigentlich? Und wie werden sie in Theaterwissenschaft und Soziologie verwendet? Diese und weitere Fragen stellten sich Stefanie Husel und Peter Hofmann, die gemeinsam in unserem Sammelband „Humandifferenzierung im Vergleich“ einen von mehreren interdisziplinären Artikel schrieben. Stefanie Husel ist Theaterwissenschaftlerin und leitet das Projekt „Theater im Wettbewerb: Diversität als Kriterium der Kulturförderung“, diese Podcastfolge bezieht sich aber vor allem auf ihre Theoriearbeit. Peter Hofmann ist Soziologe und Teil des Theorieprojekts des SFB Humandifferenzierung, das eine Schnittstelle für alle anderen Projekte ist. Wir haben den Artikel zum Anlass genommen einmal zu hinterfragen, wo sich unsere alltagssprachliche Verwendung der Begriffe Rolle und Figur von der theoretischen Forschung unterscheidet. Wir werfen dabei auch einen Blick drauf, wie Theoriebildung und das interdisziplinäre Forschen in unserem Sonderforschungsbereich eigentlich funktionieren.Kapitelmarken:00:00:00-Intro 00:01:32-Projektvorstellung00:03:18-Bedeutet Rolle immer das Gleiche?00:07:49-Figur und Rolle00:09:44-Role taking und role making00:16:34-Historischer Kontext des Begriffs Rolle00:19:03-Entwicklung der Rollenbegriffs00:20:02-Rollenbegriff in der Soziologie00:22:54-Wahrnehmung verschiedener Rollen00:28:47-Wahrnehmung von fiktionalen Figuren00:31:03-Figuren als Vorbilder00:32:00-Sozialfigur 00:33:55-Stereotypisierung von Figuren00:39:14-Erwartungen vs. Realität00:44:15-Die Rolle der Humandifferenzierung00:49:41-Wie läuft die interdisziplinäre Theoriearbeit ab?00:56:26-OutroZum Weiterlesen: Peter Hofman/Stefanie Husel (2025): „Rollen und Figuren in der Humandifferenzierung“, in: Anne Friedrichs/Stefan Hirschauer/Peter Hofmann/Gabriele Schabacher (Hg): Humandifferenzierung im Vergleich, Velbrück. Open Access Zugriff unter: https://www.velbrueck.de/Programm/Theorie-der-Gesellschaft/Humandifferenzierung-im-Vergleich.htmlGerda Baumbach (2012): Schauspielstile. Historische Anthropologie des Akteurs, Leipzig: Universitätsverlag. Die Einträge "Rolle" von Ulrike Haß und "Figur" von Jens Roselt in: Erika Fischer-Lichte/Kolesch, Doris/Warstat, Matthias (Hg.) (2014): Metzler Lexikon Theatertheorie, Stuttgart: J.B. Metzler.Erving Goffmann (1959): The presentation of self in everyday life. New York: Doubleday & Company. Deutsche Ausgabe: Wir alle spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag. München: Piper.Stephan Moebius, Markus Schroer (Hg.) (2010): Diven, Hacker, Spekulanten. Sozialfiguren der Gegenwart, Suhrkamp.Sebastian J. Moser, Tobias Schlechtriemen (2018): „Sozialfiguren – zwischen gesellschaftlicher Erfahrung und soziologischer Diagnose“, Zeitschrift für Soziologie 47/3, S. 164-180. https://doi.org/10.1515/zfsoz-2018-1011 Über uns und unsere Arbeit bleibt ihr bei Instagram und Bluesky auf dem Laufenden.Host: Tamara Vitzthum, Friederike Brinker (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)Producer: Christian Albrecht (Zentrum für audiovisuelle Produktion)Wissenschaftliche Hilfskraft: Nurhan Yorulmaz (Sonderforschungsbereich 1482 Humandifferenzierung)Der SFB 1482 Humandifferenzierung ist an der Johannes Gutenberg-Universität und dem Institut für Europäische Geschichte in Mainz angesiedelt und wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert.Für Feedback, Fragen und Vorschläge schreibt uns gern eine E-Mail: sfb1482.kommunikation@uni-mainz.deFoto (Podcastcover): Stephanie Füssenich